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Grundpflege: Definition und Leistungen im Überblick

Grundpflege oder Direkte Pflege bezeichnet in den Pflegeberufen der Gesundheits- und Krankenpflege, der Kindergesundheits- und Krankenpflege, der Altenpflege und der Heilerziehungspflege grundlegende und gewöhnlich regelmäßig wiederkehrende Pflegeleistungen. Diese umfassen den Bereich der Körperpflege, der Ernährung und der Mobilität, sowie andere nicht-medizinische Pflegetätigkeiten aus den Bereichen der Aktivitäten des täglichen Lebens. Die Durchführung ärztlich verordneter Behandlungen, wie die Verabreichung von Medikamenten, Injektionen, Verbandwechsel, wird analog als Behandlungspflege bezeichnet.

Beide Begriffe gelten in der Pflegewissenschaft als veraltet.

"Grund- und Behandlungspflege"

Das Begriffspaar "Grund- und Behandlungspflege" wurde im deutschsprachigen Raum 1967 durch den Krankenhausökonomen Siegfried Eichhorn eingeführt. Die beiden Begriffe entstanden hierbei als ungenaue[3] Übersetzung einer englischsprachigen Arbeit von 1954. Nach Eichhorns Auslegung wird Grundpflege unabhängig von der zugrunde liegenden Erkrankung geleistet und ist damit sowohl vom Tätigkeitsumfang als auch vom Zeitaufwand für alle Patienten gleich. Zur Grundpflege zählt Eichhorn alle körperbezogenen Tätigkeiten wie Hilfestellung bei der Körperpflege, Nahrungsaufnahme, Ausscheidung und Mobilisation. Diese Tätigkeiten können ihm zufolge bei Personalengpässen und Arbeitsgipfeln zugunsten einer reibungslos ablaufenden Therapie bzw. Behandlungspflege vernachlässigt werden. Seinem Gedankengang weiter folgend legt dies den Schluss nahe, dass Grundpflege schneller und leichter zu erlernen sei, was faktisch eine Abwertung der Grundpflege ist, die sich in der häufigen Zuweisung an unerfahrene Pflegende oder ungelernte Aushilfen widerspiegelt.

Der mit dieser Aufteilung der Pflegepraxis verbundene Dualismus zwischen der Versorgung von körperlichen Grundbedürfnissen und ärztlich verordneten Tätigkeiten wurde mit einem sich ändernden Berufsverständnis und dem Aufkommen der Pflegewissenschaft zugunsten einer ganzheitlicheren Betrachtungsweise verlassen.

In Deutschland wurde erstmals 1992 inhaltliche Kritik am Begriffspaar Grund- und Behandlungspflege geäußert.] Ab 2004 wurde die Verwendung der Begriffe in Lehrbüchern für Pflegeberufe abgelehnt, sofern sie noch erwähnt wurden. Sie fanden jedoch Eingang in das Sozialgesetzbuch und wurden dort auch verwendet, wenngleich eine Legaldefinition nicht existierte.

Monika Krohwinkel verabschiedete 2013 in der Überarbeitung ihres Pflegemodelles diese Begrifflichkeit und führt aus: "...Die Begriffe Grundpflege und Behandlungspflege sollten als überholt angesehen werden. Stattdessen sollte von Pflege und von Mitarbeitsaufgaben der Pflege gesprochen werden, wie dies auch in der Studie zur fördernden Prozesspflege im Zusammenhang mit dem Managementmodell begründet, untersucht und entwickelt worden ist. Die Hauptaufgaben und Verantwortungen beruflicher Pflege werden in diesem Modell nicht primär den Mitarbeitsaufgaben für andere Berufsgruppen zugeordnet, sondern einer personzentrierten Pflege im direkten Pflegeprozess, der Dokumentation sowie einer personenorientierten Organisation pflegerischer Prozesse mit entsprechenden Zuordnungen personeller, zeitlicher und materieller Ressourcen. ..."

Im Zweiten Pflegestärkungsgesetz, das 2017 in Kraft trat und verschiedene Änderungen des Elften Buches Sozialgesetzbuch vorsah, wurde die Bezeichnung Grundpflege durch die Umschreibungen "körperbezogene Pflegemaßnahmen" und "pflegerische Betreuungsmaßnahmen" ersetzt.

Der individuelle Bedarf an Grundpflege hatte bis Ende 2016 entscheidende Bedeutung für die Einordnung eines Pflegebedürftigen in die Pflegestufen der Pflegeversicherung und der entsprechenden Kostenübernahme durch die Pflegekasse. Beispielsweise wurden Pflegebedürftige, die zu mindestens drei verschiedenen Tageszeiten einen Hilfebedarf von mindestens 120 Minuten bei der Grundpflege und einen Gesamtpflegebedarf von mindestens 180 Minuten täglich benötigen, der Pflegestufe II zugeordnet. Da in der Pflegeversicherung seit 2017 andere Einstufungskriterien gelten und der Begriff "Grundpflege" nicht mehr angewendet wird, ist diese pflegeversicherungsrechtliche Bedeutung entfallen.



Erklärung zu Fremdwörter und Erläuterungen zu Begriffen

Dualismus

Als Dualismus (lateinisch duo "zwei" oder dualis "zwei enthaltend", und -ismus) werden vor allem philosophische, religiöse, gesellschaftliche oder künstlerische Theorien, Lehren oder Systeme zur Deutung der Welt bezeichnet, die von zwei unterschiedlichen und voneinander unabhängigen Grundelementen ausgehen, beispielsweise zwei Entitäten, Prinzipien, Mächten, Erscheinungen, Substanzen oder Seh- und Erkenntnisweisen. Beide Elemente stehen häufig in einem Spannungsverhältnis oder sogar Gegensatz zueinander (bis hin zu einer Unvereinbarkeit), können sich aber auch als Polarität ergänzen (beispielsweise Yin und Yang, Adam und Eva, einige Rechtsnormen). Vom Dualismus zu unterscheiden ist der Begriff der Dualität in Mathematik und Logik, der sich auf die wechselseitige, genau definierte Zuordnung je zweier Objekte oder Begriffe bezieht.

Pflegebedürftigkeit

Pflegebedürftigkeit bezeichnet einen Zustand, in dem eine Person mit Krankheit oder Behinderung, häufig altersbedingt, ihren Alltag dauerhaft nicht mehr selbständig bewältigen kann und deshalb auf Pflege oder Hilfe durch andere angewiesen ist.

Pflegestufen

Das Ausmaß der Pflegebedürftigkeit wurde mittels sogenannter Pflegestufen beschrieben. In die Pflegestufe I wurde eingestuft, wessen Pflegebedürftigkeit erheblich ist, bei schwerer Pflegebedürftigkeit lag die Pflegestufe II und bei schwerster Pflegebedürftigkeit die Pflegestufe III vor. Die Prüfung, ob die Voraussetzungen der Pflegebedürftigkeit erfüllt sind und welche Stufe der Pflegebedürftigkeit vorliegt, nahm der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) oder andere unabhängige Gutachter vor.

Von einer "Pflegestufe 0" wurde gesprochen, wenn ein Hilfebedarf bei der Grundpflege und der hauswirtschaftlichen Versorgung vorhanden ist, aber nicht in einem Ausmaß, das nach den Definitionskriterien als erheblich gilt, oder wenn ein Betreuungsbedarf besteht, der sich nicht auf die definierten Alltagsverrichtungen bezieht - ein Betreuungsbedarf also, der nicht zu einer Einteilung in eine der drei anderen Pflegestufen führt. Dies ist häufig bei Demenzkranken der Fall.

Definiert war sowohl ein Mindestbedarf bei der Grundpflege (Hilfe bei den Verrichtungen aus den Bereichen Körperpflege, Ernährung, Mobilität) als auch insgesamt.


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